Schöner Fuchs in freier Natur

Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders
feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf.

Die Jagd ist eine Nebenform
 menschlicher Geisteskrankheit.

Theodor Heuss (1. Präsident der Bundesrepublik Deutschland)



Die nachfolgende Geschichte hat Cat zum Thema Jagd geschrieben. Eine traurige und sehr berührende Geschichte !


SINNLOS

Ich atme aufgeregt und schnell. Die Farben des Waldes werden zu einer Einheit und ich kann die verschiedenen Formen und Farben gar nicht mehr auseinander halten.
Doch dazu hab ich auch keine Zeit. Denn wieder sind sie hinter mit her, wieder schießen sie mit ihren langen Gewehren nach mir, wieder bin ich auf der Flucht vor ihnen. Ihnen, den Jägern. Ihnen, den Menschen, die schon so viele meiner Artgenossen, Freunden und Verwandten, getötet haben. Jetzt bin mal wieder ich dran. Ich will hier nicht angeben oder so, aber ich bin ein sehr schneller Fuchs. Nun ja, eigentlich bin ich ja eine Füchsin und normalerweise nicht so schnell. Aber die Angst, ja, die Angst treibt mich vorwärts. So oft hab ich mich auf das Glück verlassen und so oft hat es mir geholfen - im Moment ist es weg. Was weiß ich, wohin.

Ich atme schneller und fliehe wieder in Richtung Fluss. Dort angekommen höre ich die Hunde und die Menschen mit ihren Pferden immer näher kommen. Ich kann nicht mehr. Ich fühle mich so leer und kraftlos. Und doch muss ich weiter - wenn ich nicht leer und kraftlos bleiben will. Also springe ich auf die Steine, die aus dem Wasser herausragen und teilweise sehr spitz sind. Die Strömung würde mich wegreißen, wenn ich ins Wasser fallen würde. Doch ich bin geschickt und geübt genug, um sicher auf das andere Ufer zu gelangen. Ich schaue zurück. Die Männer, ihre Pferde und Hunde stehen da und glotzen gemein. Sie sind stinksauer - doch ich heilfroh. Bei so was muss man eben egoistisch sein. Es ist ja schließlich mein Leben, nicht ihres. Ich schlurfe langsam zu meinem Bau zurück, wo meine Familie auf mich wartet. Meine zwei kleinen Füchse waren in großer Sorge. Ich bin nämlich aus dem Bau gerannt, um die Jäger von meinen zwei Schützlingen abzulenken. Jetzt kann ich nur hoffen, dass die Jäger nicht auf die Idee kommen und wieder zu meinem Bau zurückkehren. Ich würde keine Kraft mehr aufbringen können, um abzuhauen.

Die Situation würde schlecht sein, für mich, für meine Kleinen. Nur für die Jäger, die Pelzhändler, anders gesagt: Tiermörder würde es perfekt sein. Jaaaa. das wäre IHRE Chance gewesen, wenn ich schlapp gemacht hätte, vorhin bei der Jagd nach mir. Aber so leicht werden sie mich nicht bekommen, oh nein. so leicht nicht. Meine Kleinen quietschen. Wir rollen und kuscheln uns im Bau ein, möglichst weit weg von dessen Öffnung, aber immer noch mit Sicht darauf. Plötzlich ist ein Gewehrlauf in der Öffnung. Es versperrt dem Licht den Weg zu uns hinein. Ich werde panisch. Meine Kleinen verkriechen sich hinter mich. Ich sehe in ihre großen, ängstlich drein guckenden Augen.

Das soll also das Letzte sein, was ich in meinem Leben sehe.





Diese Geschichte durfte ich mit freundlicher Genehmigung von CAT, Andrea Schombara, 88499 Riedlingen veröffentlichen.


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tierheimhund 370

Hallo und Tschüss

Sie werden mich heute wegbringen.

Ich habe es schon die ganze Zeit geahnt. Eigentlich schon als sich die beiden Menschen immer angeschrieen haben. Aber heute sprechen sie nicht miteinander.
Das war bei den anderen drei malen, als ich weggebracht wurde, genauso. Jetzt frühstücken sie noch und dann geht es los. Mir haben sie einen besonders vollen Napf hingestellt, aber ich bekomme nichts runter. Niemand wird mich noch zu sich nehmen.

Ich habe schon siebenmal die Jahreszeiten wechseln sehen. Ich war nie der eleganteste Hund. Nun bin ich auch noch zu dick. Viel Bewegung habe ich ja nicht mehr bekommen. Ich konnte genau spüren, dass jeder Spaziergang Euch lästig fiel und gespielt habt ihr sowieso nicht mit mir. Früher mal ein wenig und ich bin doch auch immer hinter dem Ball her gerannt und hab’ ihn geschnappt und bin losgelaufen damit ihr hinter mir herkommt, aber dann habt ihr wieder geschimpft. Ich habe doch so gerne gespielt. Wenn ihr mir das Spiel doch nur erklärt hättet.

Jetzt geht es los, ich komme ja schon. Nun sitze ich im Auto und die Zweibeiner haben etwas vergessen, nämlich, die Näpfe und das Hundefutter einzupacken. Den Trick kenne ich schon. Man sitzt im Zuchthaus und spürt das die eigenen Leute in der Nähe sind und hofft dass sie einen endlich zurückholen, aber sie bringen nur den restlichen Krempel. Sie meinen sie tun ein gutes Werk. Ich hatte Recht, diese Kurvenkombination kenne ich schon. Jetzt kommt der schlimmste Moment.
 
Durch die schmale Gasse zwischen den anderen Gefangenen zu gehen und sich das höhnische Gerede anhören zu müssen ist die Hölle. Oh Gott, Balou ist immer noch da.
„Hallo Süße, habe ich dir nicht gesagt, das sind Schwächlinge, die behalten dich nicht lange?“ Ja, wirklich das hat er damals gesagt. Die Wärter sind nett, sie geben sich alle Mühe, aber diesen Geruch, den Geruch nach verlorenen Seelen bekommen auch sie nicht weg.

Ich bekomme die Zelle ganz hinten. Eine Einzelzelle für ältere schwer vermittelbare Häftlinge. Ich gehe hinein, lege mich hin und ziehe mich in mich zurück. Ich denke an die guten Zeiten. Wie ich im Sonnenschein über eine grüne Wiese gelaufen bin, oder wie meine Menschen gespürt haben, dass ich Wärme brauchte. Damals.
Vorbei.

Tschüss


© Redbumper
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10 Bitten eines Hundes


Mein Leben dauert 10 oder 12 Jahre. Jede Trennung von dir wird für mich Leiden bedeuten.
Bedenke es, ehe du mich anschaffst.

Gib mir Zeit, zu verstehen,
was du von mir verlangst!

Pflanze Vertrauen in mich -
ich lebe davon!

Zürne mir nie lange und sperre mich zur Strafe nicht ein! Du hast deine Arbeit, dein Vergnügen, deine Freunde -
ich habe nur dich!

Sprich manchmal mit mir!
Wenn ich auch deine Worte nicht ganz verstehe, so doch deine Stimme, die sich an mich wendet!

Wisse: wie immer an mir gehandelt wird -
ich vergesse es nie!

Bedenke ehe du mich schlägst, daß meine Kiefer mit Leichtigkeit die Knöchelchen
deiner Hand zu zerquetschen vermögen - ich aber keinen Gebrauch davon mache!

Ehe du mich bei der Arbeit unwillig schimpfst, ich bockig oder faul nennst,
bedenke:
vielleicht plagt mich ungeeignetes Futter,
vielleicht war ich zu lange der Sonne
ausgesetzt oder habe ein verbrauchtes Herz!

Kümmere dich um mich, wenn ich alt werde -
auch du wirst es einmal!

Gehe jeden schweren Gang mit mir ! Sage nie: "Ich kann so etwas nicht sehen" oder "Es soll in meiner Abwesenheit geschehen".
Alles ist leichter für mich mit DIR !


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